Druckversion der Internetseite: Bioland Gärtnerei Hamelmann und Emde

Name der Seite: Heidelbeeren
URL: http://www.p29073.typo3server.info/index.php?id=41
Autor: Hamelmann und Emde
Stand: 12.08.2022




Im Jahre 1992 haben wir die 3 Jahre junge Kulturheidelbeeranlage,die sich auf einem Brachlandstück am Dorfrand von Westen befindet,erworben. Auf einer Fläche von 1/2 ha stehen ca. 1000 Büsche. Da die Pflanzen erst mit 5 Jahren in den Vollertrag kommen,hatten wir genügend Zeit,uns in die Kultivierung und Pflege dieser interessanten Kultur einzuarbeiten! Neben der Ernte ,die sich über ca 2Monate ab Anfang Juli erstreckt,ist der Frühjahrsschnitt ein sehr wichtiger Arbeitsschritt.Er ist unerlässlich,um die Sträucher agil und wüchsig zu halten! Ein sog. Verjüngungsschnitt geht zwar auf Kosten des Ertrages,hält die Pflanze aber fit und jung und wirkt einer Vergreisung entgegen. So kommt es,daß unsere Anlage, entgegen aller Prognosen,mit ihren gut 30 Lebensjahren,immer noch einen erfreulichen Ertrag von 2,5 bis 3 Tonnen pro Saison abwirft!Normalerweise läuft nämlich die Ernte ab einem Alter von 20 Jahren aus. Wir haben ff 3 Sorten im Angebot: die "Collins",unsere früheste Sorte,dann eine Nummernsorte und die "Blue Crop",die beide in einem zeitlichen Versatz von 2-3Wochen ausreifen! Diese beiden Sorten könnten gegensätzlicher nicht sein! Die Nummernsorte trägt kleine Beeren,ist süß und kommt der Wildheidelbeere am nächsten...sie färbt sogar die Zähne blau! Die Früchte der Blue Crop hingegen sind mindestens doppelt so dick,sehr stabil, haben einen milderen süßen Geschmack und sind im Gegensatz zu der Collins und der Nummernsorte mit Abstand am ertragreichsten! Da die Sträucher sehr genügsam sind,haben wir übers Jahr gesehen nicht viel mit ihnen zu tun. Im Frühjahr müssen wir natürlich darauf achten,daß späte Fröste nicht die Blüten schädigen,da hilft eine Frostschutzberegnung!Bienen und Hummeln sorgen für eine reichhaltige Befruchtung.Diese Helferlein stellen sich zum Glück von alleine ein,so daß wir keine Zuchtvölker aussetzen müssen! Unter den Büschen wächst eine Kleegrasmischung,die mit einem Mulchmäher regelmäßig in Schach gehalten werden muß,die dabei entstehende Mulchschicht bleibt liegen und hilft ,die Feuchtigkeit im Boden zu halten! In den vergangenen sehr heißen Sommern in 2019/20 lief die Beregnung sehr häufig,sonst wären uns die Pflanzen vertrocknet,was auf unserem leichten Sandboden kein Wunder gewesen wäre.Wir beregnen von unten mit Beregnungsrohren.Somit kommt das Wasser direkt bei der Pflanze an und verdunstet bei starker Sonneneinstrahlung nicht auf den Blättern.Zudem bringen wir im Herbst Eichenlaub aus,da Heidelbeeren einen sauren Boden bevorzugen. Auch diese Mulchschicht wirkt der Austrocknung entgegen. Obwohl die Kulturheidelbeere an sich keine Krankheiten kennt,haben wir zunehmend Probleme mit der Kirschessigfliege und an manchen Sträuchern sogar mit Schildläusen...wohl eine Folge der stetig steigenden Temperaturen! Ein weiteres Thema sind die Vögel! Nachdem alle Vergrämungsmaßnahmen erfolglos waren,entschlossen wir uns,fortan kurz vor der Ernte ein Netz über die ganze Anlage aufzuziehen. Da erst erkannten wir,daß unsere gefiederten Freunde sich eine Menge von geschätzt 300 kg pro Saison einverleibt hatten! Tja,einfach zu und zu lecker unsere Blaubären!

Die Ernte

Mit vollen Händen,recken,strecken und verstecken.

Alles ist möglich in den mittlerweile über 2m hohen Büschen

Verpacken

Wir pflücken die Beeren nicht direkt in die Verkaufsschalen.

Vor dem Verpacken stehen die Früchte zunächst in größeren Einheiten

zum trocknen ,da sie häufig noch feucht vom Regen oder Morgentau sind.

Von daher ist das Wiegen und abfüllen ein weiterer Zeitaufwendiger Vorgang.